Foto: Igor Ripak

Ein besonderer Sevdah-Abend

Am 22.3. fand im wundervollen Festsaal des Bezirksamtes Landstrasse das bereits dritte Konzert der Reihe Wiener Sevdah des Vereines FUTUREBAG statt. Vanja Muhovic und seine internationale Band bescherten den 200 Besuchern einen unvergesslichen Konzertabend mit vielen Emotionen und Anekdoten aus der Geschichte des Sevdah.

 

Die Geschichte des Sevdah als Einleitung

„Zuerst war das Wort.“ mit diesen Worten wandte sich Vanja Muhovic nach der ‚a capella‘ vorgetragenen Sevdalinka ‚Il je vedro, il oblacno‘ an das Publikum. In der ausführlichen Eingangsansprache erzählte der Künstler, welcher auch diplomierter Musikologe ist, von der Entstehung des Sevdah. Er charakterisierte ihn als urbane Musikform Bosnien-Herzegowinas mit typisch Themenschwerpunkten die in der Sevdalinka behandelt werden: Stadtleben, Liebe, Freundschaft, Heldentum usw. In weiterer Folge betonte er, dass die Sevdalinka „multikonfessionell“ wie ihre Heimat Bosnien-herzegowina war und geblieben ist. Er verurteilte jeglichen Versuch sie zu instrumentalisieren oder zu missbrauchen.

Bei der nächsten Sevdalinka bediente er sich des Saz, Langhalslaute vom Balkan, um seinen Gesang zu untermalen. Im Anschluss darauf betraten auch die übrigen Künstler die Bühne und stellten gemeinsam ihre Interpretationen des Sevdahs des 21. Jahrhunderts vor.

Von Sarajevo über Graz bis Oslo

Vanja Muhovic wurde dabei von Michael Lagger (Klavier), Lukas Raumberger (Kontrabass) und Almir Meskovic (Akkordeon) begleitet. Aus der steirischen Hauptstadt Graz reisten Lagger und Raumberger an, während Meskovic aus Oslo nach Wien geflogen kam, um and diesem Abend eine perfekte Symbiose des Sounds zu bilden.

Die Instrumentalisten nutzten während des Abends ihre Gelegenheit sich mit pointierten Solos zu präsentieren und wurden jeweils mit tosendem Beifall der Zuschauer belohnt.

Almir Meskovic begeisterte am Akkordeon - Foto: Igor Ripak

Zwischen den traditionellen Stücken, unter denen auch eine wunderschöne Interpretation der offiziellen Roma-Hymne 'Djelem, djelem' dargeboten wurde, erzählte Muhovic immer wieder auf sehr ansprechende Art und Weise von der Entwicklung des Sevdah und über Hintergründe zu den in der Sevdalinkas dargebrachten Geschichten.

Interessante Anekdoten sorgen für Erheiterung

Vor allem seine pointierten Hinweise auf die mehr oder minder offene Erotik der Sevdah-Texte sorgten für große Erheiterung und Ovationen. Er verstand es fast durchgehend, das Publikum gleichermaßen mit seinem Gesang wie auch durch die Conférencen zu begeistern.

Perfekte Atmospäre im wundervollen Festsaal - Foto: Igor Ripak

Weitere 400 glückliche Kinder

Beim Konzert wurden Mittel für die Anschaffung von weiteren 400 Schulpaketen für bedürftige Kinder in Bosnien-Herzegowina gesammelt. Somit kommt der veranstaltende Verein FUTUREBAG – Eine Tasche für die Zukunft dem Ziel, 3.000 Schulpakete in diesem Jahr verteilen zu können, immer näher. Wie man/frau sich auch abseits von Wiener Sevdah an dieser Aktion beteiligen kann findet sich auf den Webseiten des Vereins unter www.futurebag.org.

Wiener Sevdah geht weiter

Wiener Sevdah wird im Herbst 2014 fortgesetzt. Bereits fixiert sind Auftritte der Bands Divanhana (www.divanhana.ba) am 15.11.2014 und Halka (www.halka.ba) am 17.1.2015 jeweils im Theatersaal Längenfeldgasse. Weitere Termine folgen in Kürze

Lagger, Raumberger, Muhovic und Meskovic - Foto: Vedran Pilipovic

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